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Heftige Explosion und Feuerinferno erschüttert Friedrichstadt.

Donnerstag, 23.03.2023

Der Knall, der die Stille zerriss.

Ich stand an der Kaffeemaschine, als die Welt sich aufriss. Nicht metaphorisch. Die Fensterscheibe in der Küche bog sich nach innen, ein surrendes Geräusch wie von einer riesigen, unsichtbaren Hand, die das Glas drückte. Dann kam der Schlag. Er traf mich nicht körperlich, aber er durchfuhr alles: die Brust, den Magen, die Knochen. Ich taumelte gegen den Herd, die Kaffeetasse zerbrach auf den Fliesen. Für eine Sekunde war es still. Dann hörte ich die Splitter. Sie klangen wie ein Hagelsturm auf dem Blechdach der Garage, nur viel, viel lauter. Als ich die Haustür aufriss, stand der Himmel in Flammen. Ein Feuerball wuchs über den Dächern von Friedrichstadt, so hell, dass ich die Hand vor die Augen schlagen musste. Mein erster Gedanke galt den Kindern im Kindergarten zwei Straßen weiter. Mein zweiter: Gasleitung. Ich griff nach dem Telefon.

Die Einsatzkräfte: Erste Sicht.

Die Alarmierung kam um 10:47 Uhr. „Großbrand mit Explosion, Friedrichstadt, Baustelle Hamburger Straße.“ Der Fahrer trat das Gaspedal durch, während ich im Mannschaftsraum meinen Pressluftatmer überstreifte. Durch die Scheiben der Feuerwache sahen wir die schwarze Rauchsäule bereits aufsteigen. Zehn Minuten später trafen wir an der Einsatzstelle ein. Ein Bild wie aus einem schlechten Film: der Bagger, den wir aus der Ferne schon gesehen hatten, lag auf der Seite, umgeben von den verkohlten Hüllen mehrerer Autos. Die Flammen schlugen meterhoch aus dem aufgerissenen Asphalt, wo die Gasleitung geborsten war. Ich spürte die Hitzestrahlung schon durch die Schutzjacke, obwohl wir noch fünfzig Meter entfernt hielten. Die Splitter des Baggers lagen überall, manche steckten in der Fassade eines Wohnhauses. Mein Trupp zog den ersten C-Rohr, während die Kollegen begannen, die umliegenden Häuser zu evakuieren. In meinem Helmfunk hörte ich den Einsatzleiter: „Wasser marsch. Und sofort den Netzbetreiber anfordern, die Leitung muss drucklos sein.“

Die Polizei: Absperrung und Ermittlung.

Als der Streifenwagen die Waltherstraße herunterfuhr, glich das Viertel einem Geisterbezirk. Ein Kollege hatte schon den Funkverkehr aufgenommen: „Anwohner im Umkreis von 500 Metern müssen Fenster und Türen geschlossen halten. Klima- und Lüftungsanlagen sofort abschalten. Gasgeruch möglich.“ Ich stieg aus, während die Hitze mir entgegenschlug. Die Flammen selbst hatten wir noch nicht gesehen, aber ihre Strahlung war überall. An der Einsatzstelle stand bereits die Feuerwehr, daneben zwei abgestellte Busse der Dresdner Verkehrsbetriebe – der ÖPNV war hier zum Erliegen gekommen. Ich begann mit der Absperrung der Schäferstraße, während ein zweiter Trupp die Hamburger Straße sperrte. Zwei Stunden später, als die Gaszufuhr endlich unterbrochen war und die Flammen niedergingen, übernahm die Kriminalpolizei. Ich stand neben dem Wrack des Baggers, als die Brandursachenermittlerin den Fahrer befragte. Ein junger Mann, noch unter Schock, starrte auf die verbogenen Überreste seiner Maschine. „Ich habe nur die Leitung angebohrt“, flüsterte er. Keiner antwortete. Die Ermittlungen würden dauern.

Friedrichstadt: Ein Ort zwischen Gestern und Heute.

Später, als die akute Gefahr gebannt war, rief mich ein Nachbar an. Er hatte in einem alten Stadtplan geblättert und mir Fotos geschickt. „Weißt du, dass genau dort, wo der Bagger die Leitung traf, früher die Stadtbefestigung verlief?“, fragte er. Friedrichstadt ist ein Stadtteil, der immer wieder neu geschrieben wurde: Barocke Vorstadt, Arbeiterviertel, heute Mischung aus Altbau und Gewerbe. Unter der Erde liegen nicht nur Gasleitungen, sondern auch die Fundamente alter Kasernen, die Trümmer des Krieges, die Rohre der DDR-Fernheizung. Vielleicht hatte der Bagger nicht nur eine Gasleitung getroffen, sondern auch eine Nahtstelle der Geschichte. In der Nacht nach der Explosion stand ich vor dem abgesperrten Bereich und dachte an die Menschen, die hier vor hundert Jahren gelebt hatten, an die Bomben, die im Februar 1945 fielen, an die Jahre des Wiederaufbaus. Der Boden unter unseren Füßen ist kein stilles Archiv. Er atmet mit jeder Baustelle, jeder Bohrung, jeder Nachricht.

Die Spur der Splitter.

Am nächsten Morgen fuhr ich mit dem Fahrrad, um die Schäden zu sehen. Die Sperrungen waren noch da, aber ich konnte durch eine Seitenstraße näher kommen. Von der Waltherstraße aus sah ich, was die Feuerwehr nach dem Ablöschen zurückgelassen hatte: geschmolzenes Plastik auf dem Asphalt, die schwarzen Konturen von Autos, die nun nichts mehr wert waren. Über mir hing die Oberleitung der Straßenbahn herab, ein seltsames, schlaffes Band aus Kupfer, das an mehreren Stellen gerissen war. Die Dresdner Verkehrsbetriebe hatten später mitgeteilt, dass die Hitze die Leitungen auf mehreren Hundert Metern zerstört habe. Nun baumelten sie, eine Gefahr für jeden, der sich zu nah heranwagte. Ein Polizist erklärte mir, dass die Oberleitung erst wieder gespannt werden könne, wenn die Statiker die Masten geprüft hätten. „Das kann Wochen dauern“, sagte er. Die Busse fuhren Umleitung, die Anwohner jammerten über den Lärm und die Umwege. Aber ich dachte an die Sekunden nach dem Knall, als die Splitter der Explosion durch die Luft flogen. Einige davon hatten Fenster zertrümmert, Türen verbeult. In der Schäferstraße hing noch am Abend eine Fensterscheibe schief im Rahmen, dahinter ein Vorhang, der sich im Wind blähte. Das Haus war unbewohnt, sagte mir eine Nachbarin. „Aber es hätte anders kommen können.“

Die Nacht nach dem Feuer.

Ich traf den Baggerfahrer am dritten Tag. Er saß auf einer Bank an der Elbe, die Hände um eine Thermoskanne geschlungen. Er hatte keine körperlichen Verletzungen, aber sein Blick war leer. „Ich hab die Leitung gespürt“, sagte er. „Der Bagger hat einen Ruck gemacht, und dann kam die Hitze.“ Er erzählte, wie die Scheibe der Fahrerkabine splitterte, wie er herauskletterte und rannte, ohne sich umzusehen. Die Polizei hatte ihm gesagt, dass er nichts falsch gemacht habe, die Pläne der Gasleitung seien nicht aktuell gewesen. Aber das wusste er nicht in dem Moment. Ich fragte ihn, ob er weiterfahren werde. Er zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht, ob ich nochmal in so eine Maschine steigen kann.“ In der Ferne hörte ich die Sirenen eines Krankenwagens. Friedrichstadt war wieder in Bewegung, aber die Nahtstellen waren sichtbar geblieben.

Das Echo der Explosion.

Wochen später fuhren die Straßenbahnen wieder. Die Oberleitung war repariert, die Gasleitung erneuert, die Autowracks abgeschleppt. An der Stelle, wo der Bagger gestanden hatte, taten Bauarbeiter wieder ihre Arbeit, diesmal mit detaillierten Plänen und einem Spürgerät, das jede Leitung unter dem Asphalt markierte. Ein neues Schild warnt nun vor unterirdischen Leitungen. Ich gehe manchmal abends dort vorbei, wenn die Straßen leer sind. Dann höre ich die Stille, die vor dem Knall herrschte, und denke an die Splitter, die flogen, an die Hitze, die in der Einsatzstelle noch Stunden später spürbar war, an die Menschen, die ihre Fenster geschlossen hielten und auf das Ende des Alarms warteten. Friedrichstadt ist ein Stadtteil, der weiterlebt. Aber an dieser einen Stelle, direkt an der Fahrbahn, stand die Zeit für einen Moment still. Und die Steine erinnern sich.


Mit herzlichem Dank und dem Geruch von verbranntem Asphalt in der Nase,
Ihr Archivar der Momente die sich in die Steine einbrennen, an der Nahtstellen zwischen Gestern und Heute.

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*Der geneigte Leser möge es mir nachsehen, dass ich nicht exakt benenne, welcher Baggerfahrer die Gasleitung trennte, welcher Polizeibeamte am fraglichen Morgen seinen Kaffee austrank. Was die Jahre an Stadtplänen, Bauakten und den sogenannten genauen Verläufen unterirdischer Leitungen verschluckten, ich habe sie nicht gesehen. Friedrichstadt hat schon so manchen Knall erlebt, und die Behörden tauschen ihre Plätze aus wie andere die Gardinen. Sollte die eine oder andere Straßenbahn heute anders fahren als vor der Explosion, so sei dies der Neugestaltung Dresdens geschuldet, die bekanntermaßen vor keiner Kreuzung Halt macht. Die Wahrheit dieses Tages liegt nicht im exakten Meter der Sperrung, sondern in den Sekunden, in denen die Stadt den Atem anhielt.

Quellenangaben:
Inspiriert von der Frage, was unter unseren Füßen schläft, alte Mauern, vergessene Leitungen, die Geschichte eines Stadtteils, die nur darauf wartet, vom nächsten Bagger aufgerissen zu werden.
Stadt Dresden: Baustellen und Sperrungen
Berufsfeuerwehr Dresden: Einsatzberichte
Dresdner Verkehrsbetriebe: Aktuelles
Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen,
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

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