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Der Geschmack des Verborgenen

Es war eine finstere Nacht, als ich mich allein durch den alten Garten bewegte. Die Luft roch modrig und die Blätter der Bäume raschelten geisterhaft im Wind. Plötzlich spürte ich eine Hand auf meiner Schulter, die mich festhielt. Ich drehte mich um, doch da war niemand. Ich schluckte schwer und setzte meinen Weg fort, als ich plötzlich ein Flüstern hörte: "Der Geschmack der Alten." Ich blieb stehen und schaute mich um, konnte jedoch niemanden sehen. Doch dann spürte ich, wie sich die Luft um mich herum verdichtete und ein kalter Schauer über meinen Rücken lief. Ich hörte ein unheimliches Lachen und sah eine Gestalt, die aus dem Schatten trat. Es war eine Frau, die aussah, als wäre sie aus einer anderen Zeit. Sie trug ein altes Kleid und ihr Gesicht war von Runzeln durchzogen. Ich fragte mich, wer sie war und was sie von mir wollte.



Plötzlich sprach sie zu mir: "Ob wir, wir Neuern, vor den Alten den Vorzug des Geschmacks erhalten? Was leset ihr darum vieles nach, was der und jener Franze sprach? Die Franzen sind die Leute nicht, aus welchen ein Orakel spricht." Ich verstand nicht, was sie meinte, doch dann sprach sie weiter: "Grosser Garten, laß mir deine Hand, ziehe sie nicht so kalt zurück, nimm mich mit, du nahmst es ja schon, mein Glück, laß mir immerhin die Hand in Dresden bin." Ihre Stimme klang rau und heiser, als sie die Worte sprach.



Ich war verwirrt und verängstigt zugleich, als sie fortfuhr: "Ich will ein neues Urteil wagen, Geschmack und Witz, es frei zu sagen, war bei den Alten allgemein. Warum? Sie tranken alle Wein, doch ihr Geschmack war noch nicht fein, Warum? Sie mischten Wasser da rein." Dann verschwand die alte Frau genauso plötzlich, wie sie aufgetaucht war, und ich stand allein im Garten. Ich konnte nicht verstehen, was gerade passiert war, aber ich wusste, dass ich nie wieder in diesen Garten zurückkehren würde.


Mit einem geheimnisvollen Hauch aus vergangenen Zeiten und den abenteuerlustigsten Grüßen aus den Schatten des Grossen Gartens,
Ihr Chronist der geisterhaften Stimmen und verwunschenen Augenblicke.

*Der geneigte Leser möge entschuldigen, dass wir nicht erwähnen, welche Orte, Ortsnamen und Sehenswürdigkeiten im Verlaufe der vergangenen mehr als 100 Jahre, durch den ersten und zweiten Weltkrieg, viele Jahre entwickelte Sozialistische Gesellschaft und mehrerer Rechtschreibreformen verloren gingen oder geändert wurden.

Quellenangaben:
Inspiriert von der gespenstischen Atmosphäre im Großen Garten.
Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen,
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

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Grosser Garten laß mir Deine Hand, ziehe sie nicht so kalt zurücke, nimm, du nahmst es ja schon, mein Glücke, laß mir immerhin die Hand in Dresden 0225 Graffiti und der Abend graut, Herbstfeuer brennen, über den Stoppeln geht der Rauch entzwei, kaum ist mein Weg noch zu erkennen, bald kommt die Nacht, ich muß mich trennen, ein Käfer surrt an meinem Ohr vorbei 00198

 

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